Menü

PodcastÜbergewicht & Essverhalten – was Genetik damit zu tun hat

Im Podcast erwähnter Link: www.intumind.de/podcast-analyse 
Hier gehts zu den Tickets für das intumind-Festival: www.intumind.de/10jahre 

Genetische Ernährung verstehen & Essverhalten sanft ändern

Viele Frauen fühlen sich gefangen in der Diätspirale, leiden unter hormonellen Dysbalancen, Heißhungerattacken oder dauerhaftem Übergewicht – oft gekoppelt mit Selbstvorwürfen wie „Ich bin zu schwach“. Aber Übergewicht ist keine Charakterschwäche – und du bist nicht allein. In diesem Beitrag bekommst du endlich langfristige, liebevolle Lösungen, die auf dich zugeschnitten sind – mit wissenschaftlicher Tiefe, praktischen Tools und Inspiration aus dem intumind-Podcast „Endlich Leicht“.

Mini-Zusammenfassung – die wichtigsten Erkenntnisse

  • Genetik & Epigenetik prägen Essverhalten: Du bist keine Schwäche – Genetik beeinflusst Hunger, Stressreaktionen & Appetit.
  • Die Macht des Selbstverständnisses: Zu wissen, dass bestimmte Eigenschaften genetisch bedingt sind, schafft Erleichterung und Selbstliebe.
  • Stress und verarbeitete Lebensmittel: Heißhunger ist häufig eine systemische Reaktion – und ultra-verarbeitete Lebensmittel verstärken den Kreislauf.
  • Individuelle Wege sind möglich: Genetische Analysen, gepaart mit Coaching, können maßgeschneiderte Strategien liefern – auch ggf. mit medikamentöser Unterstützung.
  • Therapie & Selbstfürsorge: Verhaltenstherapie, kreative Strategien & liebevolle Gewohnheiten – du bist nicht machtlos.

Genetik verstehen – und sich selbst liebevoll begegnen

Gerade Frauen in hormonell herausfordernden Phasen – sei es durch Kinderwunsch, Schwangerschaft, Wechseljahre oder durch hormonelle Dysbalancen – fühlen sich oft missverstanden und allein. Doch Übergewicht ist keine Frage von Willenskraft, sondern oft Ausdruck eines komplexen Zusammenspiels aus Genetik, Epigenetik, Stressreaktion und Lebensstil.

Dr. Simone Koch erklärt, dass nur rund 10 % der Menschen völlig „resilient“ sind – sie können essen, was sie wollen, ohne dass Körpergewicht oder Stoffwechsel reagieren. Die Mehrheit gehört zur großen Mitte – und etwa 10 % haben genetische bzw. epigenetische Voraussetzungen, die eine Gewichtsregulation massiv erschweren. Das kann entlastend sein – und zeigt: Du bist nicht schuld, sondern dein Körper reagiert auf ein tieferes Naturgesetz. Und das ist okay.

Genetik ist nicht fatalistisch – im Gegenteil: Wenn wir wissen, wie wir gebaut sind, können wir Strategien entwickeln, die wirklich passen. Und die wirken.

AspektWas bedeutet das?Wie du daraus Nutzen ziehst
Genetische DispositionEinfluss auf Appetit, Stressreaktion, Lust auf SüßesIndividuelle Analyse erkennen – statt Schuldgefühle
Epigenetische PrägungVererbung bis 7 Generationen – z. B. Hungern in KriegszeitenMehr Selbstverständnis – und bewusste Veränderungen
Stress & DopaminStress entgleist Belohnungssystem – Heißhunger entstehtEntspannung, Atemübungen, Bewegung senken Cortisol
Ultraprocessed FoodStarke Reize durch Zucker/Fett – Belohnung verstärktVerzicht auf Trigger, Ersatz mit Freude-verdauenden Alternativen
Therapie & CoachingHilft gegen Impulssteuerung, Binge, emotionales EssenTherapeutische Tools, Verhaltenstherapie, Epigenetik verstehen

Stress reduzieren & Essverhalten sanft verändern

Wenn dein Heißhunger gegen dich arbeitet – besonders abends auf der Couch – ist es selten ein Mangel an Disziplin. Häufig steckt ein überreiztes System dahinter. Stresshormone mindern deine Dopaminrezeptoren, wodurch du immer stärkere Reize brauchst (z. B. Chips oder Süßes), um ein Belohnungsgefühl zu bekommen.

Die Lösung beginnt mit Sanftheit und Regeneration:

  • Dreimal täglich je 2,5 Minuten Atemübung senken Cortisol nachweislich um etwa 25 %.
  • Leichte Bewegung, die dir Freude macht, schützt – ohne Druck.
  • Vollständiger Verzicht auf Trigger kann den Kreislauf beenden (ähnlich einer Suchtheilung).
  • Später können gesunde Genuss-Alternativen (z. B. Datteln mit Schokolade) ihren Platz finden.

Therapie, Selbstliebe & individuelle Wege

Verhaltenstherapie, insbesondere kognitive Ansätze, helfen, wenn Gewohnheiten behindern. Aber bei impulsgesteuertem Essen oder Binge-Eating reicht das oft nicht allein aus. Hier können niedrig dosierte GLP-1-Agonisten eine Ergänzung sein – nicht als einfache Diätlösung, sondern als medizinisch begleitete Unterstützung, wenn Coaching oder Verhaltenstherapie nicht ausreichend greifen.

Auch Selbstfürsorge ist essentiell: Entwickle liebevolle Routinen, die dich stärken – statt dich zu bekämpfen. Und wenn du Unterstützung brauchst: Coaching, Therapeut*innen oder der Podcast „Endlich Leicht“ geben dir Wissen, Tools und das Wichtigste: Mitgefühl.

Warum du jetzt neu denken darfst

Das alte Mantra „Reiß dich einfach zusammen“ ist wissenschaftlich überholt. Übergewicht ist eine komplexe Erkrankung, ähnlich wie Schilddrüsenprobleme, Diabetes oder Depression. Du brauchst keine weiteren Diät-Tipps, sondern Verständnis, Wissen – und Strategien, die zu dir passen.

Fazit

Dein Körper ist klug – und er reagiert auf mehr, als du bewusst steuern kannst. Wenn du verstehst, wie deine Gene, deine Lebensgeschichte und dein Nervensystem zusammenwirken, kannst du mit Mitgefühl neue Wege gehen. Du musst nicht perfekt sein. Nur ehrlich – und liebevoll mit dir selbst.

Quellen

FAQ – Häufige Fragen

Warum geht es bei meinem Hang zu Süßem nicht um Willenskraft?
Dein Körper reagiert biologisch auf genetische und epigenetische Prägung – Heißhunger ist oft ein neurologisches Muster, kein persönliches Versagen.

Hilft mir ein Gentest weiter?
Ja – vieles lässt sich daraus lernen. Aber gesetzlich ist die Auswertung eingeschränkt. Besser: Lass dir zeigen, wie du vorhandene Daten (z. B. 23andMe) selbst interpretierst.

Was kann ich gegen nächtliche Chips-Attacken tun?
Vermeide Trigger zuhause, entwickle andere Belohnungen (z. B. Bewegung, kreative Snacks) – und reduziere deinen Stresspegel bewusst.

Wann können Medikamente wie GLP-1-Agonisten sinnvoll sein?
Wenn genetische Faktoren dein Essverhalten stark beeinflussen und Coaching/Therapie nicht ausreichen – unter medizinischer Begleitung kann das sinnvoll sein.

Wie finde ich Selbstliebe im Essen wieder?
Mit Verständnis statt Schuld. Erkenne deine Muster – und wähle liebevolle neue Strategien, die dich nähren statt kontrollieren.

 

Hier findest du Simone:
– Instagram: www.instagram.com/drsimonekoch
– Webseite: www.drsimonekoch.de

Autor des BeitragsFabienne Fendt

Als neugierige, studierte Wissenschaftsjournalistin mit Schwerpunkt Gesundheit und Ernährung wurde Fabienne 2022 Teil des intumind Teams. Sie liebt es, sich tief in Themen rund um Gesundheit und Ernährung einzulesen, Experten zu befragen und dadurch Menschen zu einem selbstwirksamen und gesunden Lebensstil zu inspirieren.

Podcast abonnieren

Leicht Dein Abnehm-Kompass

Verabschiede dich vom Diätfrust: Entdecke eine Lösung, die funktioniert – dauerhaft, stressfrei und in deinem Tempo.

Instagram

Folgst du uns schon auf Instagram? Verpasse jetzt keine spannenden Tipps und News mehr…